Der richtige Zeitpunkt: Hecke schneiden angesagt!

Der richtige Zeitpunkt: Hecke schneiden angesagt!

Hecken sind lebendige Gartenzäune, Lebensraum für Vögel und Insekten, Schattenspender, Windbrecher und einfach schön. Die richtige Heckenpflege hilft, diesen Lebensraum zu erhalten. Der Heckenschnitt gehört dazu. Warum schneidet man Hecken? Schnittmaßnahmen sollen meistens einen dichten Wuchs sichern, damit die Hecke trotz begrenzter Breite ihre Funktion als Sichtschutz erfüllen kann. Durch den Schnitt kann ein akkurates

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Hecken sind lebendige Gartenzäune, Lebensraum für Vögel und Insekten, Schattenspender, Windbrecher und einfach schön. Die richtige Heckenpflege hilft, diesen Lebensraum zu erhalten. Der Heckenschnitt gehört dazu.

Warum schneidet man Hecken?

Schnittmaßnahmen sollen meistens einen dichten Wuchs sichern, damit die Hecke trotz begrenzter Breite ihre Funktion als Sichtschutz erfüllen kann. Durch den Schnitt kann ein akkurates Bild entstehen oder auch einfach schwache und überlange Triebe entfernt werden. Radikalere Schnitte sollen eine Erneuerung der Hecke herbeiführen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Im Bundesnaturschutzgesetz ist geregelt, dass radikalere Heckenschnitte nur vom Oktober bis zum Februar durchgeführt werden dürfen, um brütende Vögel zu schützen. Kleinere Schnittmaßnahmen dürfen auch im Sommer durchgeführt werden, wenn dadurch keine Tiere gefährdet werden. Wer zum richtigen Zeitpunkt Hecke schneiden will, sollte sich über den Typ seiner Hecke und die geplanten Maßnahmen im Klaren sein.

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Der Frühjahrsschnitt

Den meisten Hecken tut ein Frühjahrsschnitt gut, vorzugsweise in der zweiten Februarhälfte. In dieser Jahreszeit steht die Hecke noch nicht richtig im Saft. Daher heilen die Schnittstellen meistens gut. Zudem hat die Brut- und Setzzeit noch nicht begonnen. Da die Hecke zu dieser Zeit noch nicht schnell wächst, erhält man für eine längere Zeit ein gut aussehendes Ergebnis. Der Schnitt in der zweiten Februarhälfte fördert ein gutes und zeitiges Austreiben.

Sommerschnitt

Gegen Ende Juni wird gern ein Sommerschnitt als Korrekturschnitt vorgenommen. Wer zu diesem Zeitpunkt Hecke schneiden will, darf nur kleinere Schnittmaßnahmen durchführen. Zudem sollte die Hecke nun nicht zu sehr geschwächt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie mindestens ein Drittel des Jahresaustriebs stehen lassen, wenn Sie die Hecke in Form bringen.

Herbstschnitt

Ein weiterer schonender Schnitt, bei dem schwache und zu lange Triebe entfernt werden, kann Ende August oder Anfang September vorgenommen werden. Er hilft dabei, Frostschäden vorzubeugen. Der Herbstschnitt ist nur für stark wachsende Arten wie zum Beispiel Feldahorn oder Hainbuche sinnvoll.

Verjüngungsschnitt

Unter einem Verjüngungsschnitt versteht man ein Zurückschneiden der Hecke bis weit ins alte Holz, oft auf eine Höhe von etwa 30 Zentimetern. Viele Sträucher treiben danach tatsächlich wieder aus und wachsen zu einem neuen, imposanten Strauch heran. Wichtig ist dabei, dass die Hecke ausreichend Licht und auch Wasser erhält. Für laubabwerfende Hecken ist für diese Maßnahme der Zeitpunkt des Frühjahrsschnitts in der zweiten Februarhälfte passend. Immergrüne Hecken müssen Ende Juni zurückgesetzt werden.

Um eine dichte neue Hecke zu erhalten, ist es wichtig, den Neuaustrieb in den ersten Jahren jeweils zum selben Zeitpunkt um etwa ein Drittel zurückzuschneiden. Sollen empfindliche Hecken verjüngt werden, zum Beispiel ältere Baumhecken, kann es nützlich sein, zunächst nur eine Flanke zu schneiden und im nächsten Jahr, wenn sich die Pflanzen erholt haben, die andere Flanke. So ist immer noch genügend Grün vorhanden, um die Versorgung der Hecke zu sichern.

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Lücken schließen

Haben sich in einer Hecke hässliche Lücken gebildet, hilft oft ein Schnitt an benachbarten Bäumen oder Sträuchern. Diese Lücken haben nämlich oft Lichtmangel als Ursache. Danach die Triebe der Hecke rund um die Lücke etwas stutzen, und bald ist das Loch Vergangenheit. Für das Schließen größerer Lücken kann man benachbarte Triebe umleiten und ganz leicht stutzen, um das Wachstum anzuregen. Hierzu ist sowohl der Februar als auch der Juni geeignet.

Formschnitte

Formschnitte, zum Beispiel beim Buchsbaum, können häufiger vorgenommen werden. Dadurch werden auch komplizierte Gebilde möglich. Den ersten Schnitt können Sie nach dem ersten Austrieb vornehmen, dann alle vier Wochen wieder. Damit die Frosthärte nicht gefährdet wird, sollte der letzte Schnitt des Jahres nicht nach dem September liegen.

Sonderfälle

Einige Sonderfälle sollten Sie jedoch beachten:

Frühjahrsblüher

Frühjahrsblüher sollte man erst nach der Blüte schneiden. Im anderen Fall vernichtet man die Blüte. Bei diesen Sträuchern ist es auch besser, den Sommerschnitt zu vermeiden, weil man sonst Gefahr läuft, die Blütenansätze für das nächste Jahr zu vernichten.

Nadelhölzer

Nadelhölzer vertragen Schnittmaßnahmen nicht sehr gut. Auch hier gibt es eine Ausnahme, nämlich die Eibe. Andere Nadelhölzer treiben nur aus dem frischen Holz wieder aus. Sobald in Bereiche zurückgeschnitten wird, die nur noch dürre oder gar keine Nadeln tragen, entsteht eine unschöne Lücke.

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Welche Hilfsmittel eignen sich?

Nutzen Sie Hilfsmittel, um sich die Arbeit zu erleichtern. Folgende eignen sich:

Heckenschere

Das wichtigste Hilfsmittel für den Heckenschnitt ist sicherlich die Heckenschere. Um die Äste nicht zu zerquetschen, sondern sauber abzutrennen, sollte sie auf jeden Fall intakt, sauber und scharf sein.

Handheckenschere

Handheckenscheren sind hervorragend geeignet für kleine Hecken, für einzelne, dünnere Ästchen und auch für Formschnitte, zum Beispiel an Buchsbaum. Da sie per Muskelkraft bedient werden, können sie auf Dauer ermüden und das Schneiden zu anstrengend werden. Sicherlich stellen sie die umweltfreundlichste Variante dar, sind jedoch nicht für größere Äste oder größere Hecken geeignet.

Elektroheckenschere

Elektroheckenscheren sind praktisch und leicht zu bedienen. Sie müssen allerdings mit einem Kabel an eine Stromquelle angeschlossen werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass das Kabel versehentlich durchtrennt wird. Zudem ist der Bereich, in dem die Heckenschere genutzt werden kann, begrenzt. Elektroheckenscheren eignen sich daher eher für kleine Gärten.

Akkuheckenschere

Akkuheckenscheren haben das Reichweitenproblem nicht. Dafür sind sie etwas schwerer und auch teurer als Elektroheckenscheren. Zudem empfiehlt es sich, gleich einen Ersatzakku mit anzuschaffen. Dann kann der eine Akku aufladen, während der andere benutzt wird.

Benzinheckenschere

Das Powerpaket unter den Heckenscheren ist die Benzinheckenschere. Sie schafft auch dickere Äste und hat eine große Reichweite. Allerdings braucht sie Treibstoff, produziert Abgase und macht einen ganz schönen Lärm. Zudem ist sie relativ schwer. Benzinheckenscheren sind für Hecken mit dicken Ästen und große Gärten geeignet.

Kompaktschlepper

Für große Gartenanlagen und lange Hecken kann ein Kompaktschlepper gute Dienste leisten. Diese wendigen und schmaleren, kleinen Kraftpakete können mit diversen Anbauten versehen werden. So gibt es Geräte, die nicht nur den Heckenschnitt übernehmen, sondern das Schnittgut auch noch zerkleinern und direkt abtransportieren. Besonders komfortabel kann ein Gerät mit Absaugfunktion sein, welches das Schnittgut per Ansaugtechnik aufnimmt.

Schnur

Um eine gerade geschnittene Hecke zu erhalten, hat sich eine in der richtigen Höhe gespannte Schnur bewährt, an der Sie sich ausrichten können.

Schutzkleidung

Schutzkleidung wie Gartenhandschuhe und feste Schuhe sollten auf jeden Fall sein. Eine Schutzbrille kann vor Verletzungen durch herumschleuderndes Schnittgut schützen. Bei Benzinheckenscheren kann ein Gehörschutz angebracht sein.

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Worauf sollte man auf jeden Fall achten?

Haben Sie folgende Punkte beim Heckenschnitt im Hinterkopf, wird Ihnen die Arbeit noch leichter von der Hand gehen.

Das geeignete Wetter

Am besten geeignet für die Schnittmaßnahmen ist ein bedeckter Tag. So werden Sonnen- und Trockenschäden vermieden. Alternativ kann man auch am späten Nachmittag schneiden, wenn der Saft sich in den Pflanzen bereits zurückgezogen hat. Regnerisch sollte der Tag aber auch nicht sein, sonst werden Pilzerkrankungen begünstigt.

Die richtige Form

Besonders geeignet für die meisten Hecken ist eine Trapezform, die oben schmaler ist als unten. Bei dieser Form verkahlen Hecken nicht so leicht. Auch die unteren Regionen erhalten genügend Licht. Darüber hinaus sollte man sich auch, was Höhe und Gesamtbreite der Hecke angeht, nach den Eigenschaften der Pflanzen richten.

  • Die richtige Reihenfolge: Am besten kürzen Sie zunächst die Flanken der Hecke ein und nehmen sich dann die Oberseite vor.
  • Düngen: Hecken, die geschnitten werden, brauchen Nährstoffe. Ein Vorratsdünger, im Frühjahr ausgebracht, tut der Hecke gut.
  • Vogelschutz: Prüfen Sie vor jedem Schneiden, ob sich in der Hecke auch keine Vogelnester befinden.
  • Kirschlorbeer mit der Hand schneiden: Hecken mit großen Blättern wie Kirschlorbeer profitieren davon, wenn sie mit einer Handheckenschere geschnitten werden. So werden keine Blätter mitten durchgeschnitten.

Fazit

Wer zum richtigen Zeitpunkt Hecke schneiden will, braucht nur ein paar Überlegungen. Informieren Sie sich über die Hecke, die Sie haben und überlegen Sie, was Sie mit dem Schnitt erreichen wollen. Wählen Sie einen bedeckten aber trockenen Tag aus und es kann losgehen.

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